(Bericht aus Novosti Nr. 11, Juli 2009, Seite 3)
Nach Umbau-Einsätzen im vergangenen Herbst 2008 und einem Probebetrieb der neuen Heizung im Winter konnte mit einem Arbeitseinsatz Anfang Juni 2009 die letzten geplanten Arbeiten mit Hilfe aller Beteiligten durchgeführt werden. Ein Mammut-Projekt und grosser Kraftakt ist endlich abgeschlossen!
Eines muss vorneweg gesagt werden, der Einbau einer neuen modernen Gasheizung und die ausgeführten Wärmedämm-Massnahmen haben den örtlichen Verantwortlichen anschaulich gezeigt, dass sich der Gasverbrauch um ein Faktor Fünf reduziert hat. Gerade jetzt ist das ein grosses Thema in der Ukraine, wo das Gas immer teurer wird. In der Bibliothek beträgt die Temperatur nun gemütliche 18°C.
Es standen diesen Frühling noch einige Arbeiten an: Dachisolation, Hohldeckeneinbau, die ganze neue Elektrik, das Verputzen der Wände, die Innenausstattung und das Malen der Wände und Böden. Es war kein einfaches Unterfangen innert zwei Wochen so unterschiedliche Arbeits-Mentalitäten auf einen Nenner zu bringen und am gleichen Strick zu ziehen. Das Tempo war hoch und die Arbeitszeiten lange! Oft gingen die Meinungen betreffend Standard weit auseinander und von Zeit zu Zeit musste ein Machtwort gesprochen werden, sonst wären wir heute noch am diskutieren!
Eines wissen wir nun nach diesem Projekt. Es gibt viele die sagen: «Ja das mache ich, das kann ich, es kostet soviel» – Nun das heisst soviel wie: mich interessiert das Geld, das haben ja die Ausländer – die Arbeit die mache ich so wie ich sie immer schon gemacht habe! So waren nicht wenige erstaunt, als sie nun einmal eine andere Leistung erbringen mussten, als sie es sonst gewohnt waren! Zum Bespiel 200m2 Dach decken an einem Tag oder eine Elektroinstallation auch wirklich am versprochenen Tag beenden, auch wenn es unterdessen Mitternacht wurde.
Wir haben es trotzdem geschafft! Schweizer Volontäre (Projektleiter und Allrounder), Ukrainische Arbeiter, Spezialisten aus der Grossstadt, sowie viele helfende Hände von überall her, z.B. der Schreiner vom Dorf, der Lehrer mit seinem Transporter, der Internet und TV Spezilist der gleichzeitig Informatiklehrer ist, weil sonst sein Lohn nicht reicht, die Dachdecker und die jungen Allrounder und Gemeindeangestellten haben dazu beigetragen, den Umbau zur geplanten Zeit zu beenden.
Alexander, unser Übersetzer, hat uns während des ganzen Projektes mit viel Motivation und Ausdauer begleitet. (mj)
Nun es war ein gewagtes Unterfangen zu sagen: «Am Samstagmorgen in zwei Wochen eröffnen wir die Bibliothek». Die Nächte waren kurz, an vieles musste gedacht werden, doch das Puzzle ging auf!
In Kiev konnten erneut über 200 Bücher eingekauft werden mit über 60% Rabatt direkt beim Verlag. DVD und Gesellschafts-Spiele wurden ebenfalls in Grosshandlungen eingekauft. Für unsere beteiligten Personen vom Dorf ein Aha-Erlebnis, wie günstig die richtig genutzten Einkaufskanäle sind. Die elektronische Ausrüstung für einen Multimediaraum mit Beamer wurde besorgt und ein Fernseher mit DVD und Satelitenanschluss. Auch besitzt die Bibliothek nun einen Laptop mit Internetverbindung.
Nach kurzer Einrichtungszeit konnte am Samstagmorgen, dem 13. Juni die Bibliothek offiziell im Beisein der Dorf- und Distrikt-Verwaltung sowie der Bibliothek-Zentralverwaltung der Bevölkerung übergeben werden. Selbst die örtliche Presse war da. Die neuen Spiele wurden von den Kindern gleich in Beschlag genommen und ausprobiert.
Manch einer staunte über den Multimediaraum sowie die neuen Medien, bis heute etwas Unvorstellbares in einer Dorf-Bibliothek. (mj)