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Geschichte des Bibliotheken Projekt

Schwieriger Weg zum Erfolg

(Bericht aus Novosti Nr. 10, Dezember 2008, Seite 3)

Das Heizungsprojekt und die Renovation der Bibliothek in Libniki hat endlich die lang ersehnten Fortschritte gemacht. Nach einigen Tiefschlägen konnten Schweizer Spezialisten und Volontäre vor Ort aushelfen.

Endlich können wir Ihnen vom Projekt «Umbau Bibliothek» in Libniki Erfreuliches berichten. Als wir am 12. November die Bibliothek betraten, zeigte das Thermometer 20 Grad an. Wir, das sind Köbi, Chrigel, Alexander unser Dolmetscher und ich. Zwei Tage vor unserer Ankunft konnte die Bibliothek zum ersten Mal seit 15 Jahren wieder beheizt werden – wahrlich ein historisches Ereignis! Die im Oktober engagierte Heizungsfirma aus Zhytomir hatte gute Arbeit geleistet und konnte die Heizungsanlage mit dem neuen Gaskessel sogar noch vor der vertraglich festgelegten Frist in Betrieb nehmen. Zufriedene Gesichter auch bei der Gemeinde: im Foyer des Kulturzentrums werden des öfteren Disco-Veranstaltungen durchgeführt und der grosse Theatersaal kann nun bei Bedarf so beheizt werden, dass man auch bei tieferen Aussentemperaturen nicht mehr schlottern muss während einer Vorstellung.

Die zweite gute Nachricht betrifft den Umbau der Bibliothek. Nachdem bereits im Oktober neue Fenster eingebaut wurden, konnten unsere beiden „Schweizer Handwerker” Köbi und Chrigel mit Unterstützung von lokalen Kräften den grössten Teil der Innenumbauarbeiten abschliessen. Es wurden neue Zwischenwände für das geänderte Raumkonzept, neue Fensterbrüstungen, neue Zwischentüren und neue Arbeitstische für die Bibliothekarinnen eingebaut, so dass nun ein provisorischer Betrieb der Bibliothek wieder möglich ist über das Winterhalbjahr. Einsatz und Ausdauer haben sich gelohnt. Wir sind zuversichtlich, dass das Projekt «Umbau Bibliothek» nun doch zu einem guten Ende kommt. (hj)

Die weiteren Schritte in Libniki

(Bericht aus Novosti Nr. 10, Dezember 2008, Seite 3)

Der Umbau der Bibliothek zum Kulturhaus mit Kopierzentrum, Internetkaffee und einer modernen Bibliothek mit neuen Medien nimmt langsam Gestalt an.

Während des Winterhalbjahres werden lokale Kräfte die diversen Räume von den Bauarbeiten säubern. Im Frühjahr 2009 sind nun die Abschlussarbeiten des Umbaus geplant (Elektroinstallationen, Montage der untergehängten Decke und Abschluss der Dachwärmedämmung).

Anschliessend wird die neue Inneneinrichtung der Bibliothek und des Internetkaffees in Angriff genommen. Die Bibliothek wird mit neuer zeitgemässer Literatur ausgestattet. Gesellschaftsspiele, DVD-Filme, Lernprogramme und Musik sollen in der Bibliothek zur Verfügung gestellt werden.

Falls zu dem Zeitpunkt genügend finanzielle Mittel vorhanden sind und geeignete Personen das Internetkaffee und Kopierzentrum führen können, werden wir die Infrastruktur langsam auf- und ausbauen. Das erklärte Ziel ist, den Kindern und Jugendlichen und auch den Einwohnern von Libniki mitten im Dorfzentrum eine Begegnungsstätte bieten zu können. (mj)

Heizungsprojekt Volkshaus Libniki

(Bericht aus Novosti Nr. 9, Juli 2008, Seite 7)

Gut Ding will Weile haben! In der Ukraine sogar sehr viel! Das musste der Verantwortliche für das Projekt des VTK bei seinem Besuch in Libniki im März dieses Jahres erfahren.

Die Heizungsanlage für das Kulturzentrum war zwar in den wesentlichen Teilen montiert, aber offensichtlich noch nicht betriebsbereit. Auch hegte er Zweifel an der Qualität der geleisteten Arbeit. Die für die Abwicklung des Projekts in der Ukraine zuständige Organisation mit dem sinnigen Namen Dobrovut – auf Deutsch: gute Arbeit – zeigte sich nicht beunruhigt. „Die Heizsaison ist jetzt ja vorbei, also haben wir noch viel Zeit die Arbeiten abzuschliessen!” Da der Vorstand des VTK jedoch dieses Heizungsprojekt möglichst rasch abschliessen wollte (vor allem auch im Hinblick auf den in einem nächsten Schritt vorgesehenen Umbau der Bibliothek) entschied er kurzerhand, mich*) nach Libniki zu schicken, um einerseits den wirklichen Stand des Projektes aufzunehmen, andererseits die Qualität der Arbeit zu beurteilen und schliesslich Vorschläge für den Abschluss des Projektes zu machen. Ein weiterer Auftrag bestand darin, die Wärmeverluste des Kulturzentrums – im Speziellen der Bibliothek – zu analysieren und Vorschläge für eine energetische Sanierung des Gebäudes zu machen, dies auch im Hinblick auf den in der Ukraine stark angestiegenen Erdgaspreis.

Beim Besichtigen der Heizungsanlage des Kulturzentrums Anfangs April stellte ich fest, dass die Arbeiten in der Bibliothek bis auf kleine Mängel gut ausgeführt worden sind. Offensichtlich hatte die permanente Anwesenheit unserer beiden Bibliothekarinnen einen guten Einfluss auf die Arbeitsqualität. Im Foyer und Theaterraum aber auch in der Heizzentrale selbst musste ich leider einige schwerwiegende Mängel feststellen, die einen sicheren und betreiberfreundlichen Betrieb der Anlage verunmöglicht hätten: Die Umwälzpumpe ist falsch montiert, die Expansionseinrichtung fehlt und es sind keine Drosselventile für den Abgleich des Durchflusses in den drei Heizsträngen vorhanden. Eine Druckprobe war bis dahin noch nicht durchgeführt worden und auch die elektrische Steuerung der Heizungsanlage ist noch nicht betriebsbereit. Der herbei gerufene Ukrainische Spezialist für die Steuerung der Kesselanlage erklärte mir, dass eine automatische Regelung der Raumtemperatur nicht vorgesehen sei, sondern ein Heizer oder eine Heizerin die Gasventile der beiden Kessel zu- und abschalte je nach Aussentemperatur und den momentanen Anforderungen für die Temperatur in Bibliothek, Foyer und Theatersaal.

Den letzten Tag meines Aufenthalts in Libniki verbrachte ich vor allem, um ein Schema der bereits installierten Anlage zu erstellen und Daten für die energetische Sanierung der Bibliothek zusammenzutragen. Am Abend vor meiner Abreise war ich zusammen mit den beiden Bibliothekarinnen zu Gast bei Nina unserer Dolmetscherin. Empfangen wurden wir von ihrer Enkelin in ukrainischer Tracht mit den hier üblichen Zeichen der Gastfreundschaft: Brot und Salz (siehe Foto). Dieses Mädchen war übrigens letztes Jahr im Sommerlager in der Schweiz.

Wie geht es jetzt weiter? Da unsere beiden Vertreter vor Ort, Valentina und Yuriy, im Sommer mit der Vorbereitung und Durchführung der Sommerlager in der Schweiz bereits voll ausgebucht sind, wurde mit unseren ukrainischen VTK-Verantwortlichen der Termin für die Abschlussarbeiten auf Ende September/Anfang Oktober festgelegt. Diesmal wird auch noch ein pensionierter Heizungsmonteur aus der Schweiz mitreisen, damit wir – zusammen mit den lokalen Firmen – speditiv die nötigen Korrekturmass-nahmen ausführen können, im Besonderen auch falls bei Druckprobe und Inbetriebnahme neue „Überraschungen” auftreten sollten.

Der Berichtschreiber, Heinz Juzi, ist von Beruf Ingenieur und war vor seiner Pensionierung als Dozent für Energie- und Regelungstechnik an der Zürcher Hochschule Winterthur tätig.

Eine moderne Bibliothek für Libniki

(Bericht aus Novosti Nr. 8, Dezember 2007, Seite 7)

Mit Ihrer Unterstützung und den Kirchgemeinden von Horn (TG) starten wir im Sommer 2008 ein Projekt zur Modernisierung der Gemeinde-Bibliothek von Libniki. Diese Räumlichkeiten befinden sich im ersten Stock des Volkshauses.

Der Heizungsneubau war bis jetzt nur ein Schritt dazu. Das aus der Sowjetzeit stammende Volkshaus ist in die Jahre gekommen. Kahle Mauern, verlotterte Fenster, alte Böden und natürlich die veralteten Bücher machen die Bibliothek seit geraumer Zeit nicht mehr zum Anziehungspunkt für Kinder und Jugendliche.

Wir möchten die Bibliothek von Libniki wieder zu einem Anziehungspunkt in der Gemeinde machen. Es sollen alte Türen, Fenster und Böden ersetzt werden, sowie die Wände renoviert und das Licht neu gestaltet werden. Ebenfalls wird die Bibliothek mit neuen Gestellen, Tischen und Sitzgelegenheiten ausgerüstet werden. Mit neuer zeitgemässer Literatur, interessanten Spielen und natürlich auch mittels neuer Ton- und Film-Medien soll die Attraktivität gesteigert werden. Das Ziel ist, eine Muster-Bibliothek für diesen Distrikt zu schaffen.

Heizung fürs Volkshaus

(Bericht aus Novosti Nr. 7, Juli 2007, Seite 7)

Gerne möchte man als Verein an Grundprinzipien festhalten. Eines davon ist, dass man Sponsorengelder erst abgibt, wenn abgelärt wurde, ob die Bevölkerung hinter dem Projekt steht. Auch stellt sich die Frage, ob Betrieb und Unterhalt nach der Grundfinanzierung überhaupt aufrechterhalten werden können. Und ist wirklich genug Eigeninitiative vorhanden bei den Verantwortlichen für die Durchführung des Projekts.

Vieles hat sich im letzten Jahr verändert. Durch die kontinuierliche Betreuung des UNDP „Chornobyl Recovery Program“ haben die Verantwortlichen der Gemeinde gelernt, wie sie ein Projekt anpacken müssen. Es wurde im vergangenen Jahr viel Überzeugungsarbeit geleistet. Und bereits an Weihnachten zeigten sich die ersten Früchte dieser Arbeit. Aus eigenen Mitteln wurde das Boilerhaus wieder aufgebaut. Die einzelnen alten Radiatoren wurden demontiert, geprüft und erneuert. Auch sonst ist die Bevölkerung daran, mit Fronarbeit das Volkshaus wieder aus seinem Dornröschenschlaf erwachen zu lassen.

Doch gleichzeitig mussten legale Partner (eine Organisation) geschaffen werden zwischen Bauunternehmen, Gemeinden, der Distriktverwaltung und den Sponsoren. Mit Hilfe der UNDP wurde eine Organisation gegründet, die sich für das Wohl der Kinder und Jugendlichen einsetzt. Das erste Ziel der Organisation, das Volkshaus Stück für Stück wieder zum Leben zu erwecken, um es für die Jugend mit einer modernen Bibliothek, mit Spielzimmer für Musikinstrumente und mit einem grossen multifunktionalen Saal attraktiv zu machen.

Ende Mai haben wir nun ein neues definitives Budget von der Organisation erhalten, das zeigt, wo die finanziellen Mittel unseres Vereins eingesetzt werden beim Bau der neuen Heizung im Volkshaus. Die Überprüfung vor Ort im April und die Gespräche mit den Verantwortlichen der Organisation und dem UNDP haben uns zuversichtlich gestimmt. Das Projekt wurde Anfang Juni von unserem Vorstand definitiv bewilligt.

Im Juli beginnen nun die Arbeiten rund um das Heizungssystem. Die Gasbrenner und Boiler werden im Heizungshaus installiert, der Gas und Wasseranschluss verlegt. Die Verbindungsleitung zum Volkshaus muss neu gezogen werden und alle Heizungsrohre im Volkshaus müssen neu verlegt werden, da die alten Leitungen komplett durchgerostet sind in den feuchten Wänden. Wir hoffen, dass die Bauarbeiten bis im Oktober abgeschlossen sind und der erste wichtige Schritt, ein Volkshaus mit einer warmen Bibliothek, endlich Wirklichkeit wird in diesem Winter. Wir wünschen den Verantwortlichen in Libniki viel Durchhaltewillen und Kraft um zum gewünschten Erfolg zu kommen.

Zurück zum Anfang – Eine Heizung fürs Volkshaus

(Bericht aus Novosti Nr. 6, November 2006, Seite 7)

Wie schön wäre es gewesen, Ihnen an dieser Stelle heute zu schreiben, dass wir unser Heizungsprojekt mit grossem Erfolg zurzeit abschliessen können. Leider muss ich das Gegenteil machen. Wir haben uns entschieden, nochmals bei Null anzufangen mit allen Beteiligten.  Wie kam es dazu? Mit grossem Elan hat der Verein Tschernobyl Kinder und die UNDP die Koordination des Projektes im Sommer geplant. Die Behörden wurden eingebunden ins Projekt und motiviert, Verantwortung zu übernehmen und Arbeiten mit lokalen Arbeitern zu planen und grosse Arbeiten offerieren zu lassen. Langsam kristallisierte sich heraus, dass die Uhren gewisser Verantwortlichen sehr langsam tickten und sie eher enttäuscht waren, dass man ihnen nicht eine fixfertige Lösung bauen würde, wo sie keinen Finger krümmen müssten. Wiederholt wurden sie aufgefordert, Eigeninitiative zu zeigen und die Firmen zur Planung einzuladen und revidierte Offerten einzuholen. Diese Prozesse wurden alle begleitet vom UNDP und bald merkte man beim UNDP, dass hier kein Interesse bestand, eine angemessene gute Lösung, die nicht zu überdimensioniert war, zu finden. Fix wollten die Leute auf einem alten Heizungssystem verharren, das Unmengen von Finanzen und Brennstoff verschlungen hätte. Unser Verein und das UNDP entschloss sich nach 3 Monaten, einen ersten Schlussstrich unter dieses Projekt zu ziehen.Es wurde allen Beteiligten eine Frist gesetzt, um das Budget des Projekts mit den jetzt vorhandenen Offerten und Leistungen von Dritten zu erhalten. Anlässlich der Vorstandsreise Ende September wurden alle Beteiligte ins Volkshaus eingeladen und das Budget wurde präsentiert. Bald stellte sich heraus, dass durch die immense Grösse des Hauses ein Heizsystem gebraucht würde, das alle Grenzen sprengen würde. Es wurde ein Teilausbau vorgeschlagen im Teil der Bibliothek. Auch wurde die Frage der jährlich aufzuwendenden Kosten für Gas und Unterhalt besprochen. Trotz Reduktion des Projektes wären es immense Gasmengen gewesen, die mit diesem veralteten Prinzip benötigt gewesen wären. In der heutigen Situation der Abhängigkeit der Ukraine von Russland ist es ein Ding der Unmöglichkeit, jemals ein solches Gebäude rentabel zu beheizen. Langsam wurde den Beteiligten bewusst, dass sie sich zu engstirnig an Ideen geklammert hatten und nicht auf die Ratschläge von unserer Organisation und des UNDP hörten.Eine weitere Korrekturfrist wurde gegeben, denn unsere Organisation und auch das UNDP wollten und wollen weiter zum eigentlichen Projekt stehen. Doch diese Frist ist ebenfalls abgelaufen ohne Ergebnis. Somit war klar, dass die Behörden sich nicht identifizieren konnten mit der Idee. Dies veranschaulicht auch, wie mühsam und ineffizient die Arbeit mit manchen Beteiligten ist. Die Erkenntnis ist, es gibt Leute auf Behördenposten, die mit ihrer destruktiven Haltung ganze Projekte sabotieren können. Und somit wurde entschieden – mit dem Einverständnis der Behörden, denen das Volkshaus gehört – ein Kleinprojekt zu starten. Dies soll begrenzt auf die Räume der Bibliothek sein. Es wird nun geprüft, wie viel die Heizung mit Elektrogeräten für diese Räumlichkeiten kosten und wie diese jährlichen Kosten finanziert werden können. Des Weiteren haben wir vorgeschlagen, eine moderate Renovation der Fenster und des Mobiliars durchzuführen. Ebenfalls soll ein Teil der Bibliothek als Vortragssaal mit bereitgestellten elektronischen Medien ausgerüstet werden.  Nun soll das Projekt, Schritt für Schritt ausgeführt werden. Immer mit dem Ziel, dass die Begünstigten sich auch selber zum Projekt bekennen und es auch unterstützen.

Eine neue Heizung fürs Volkshaus in Libniki

(Bericht aus Novosti Nr. 5, Juli 2006, Seite 6)

Im Sommer ist das alte ehrwürdige Volkshaus von Libniki, das die Bibliothek und das Theater/Kino beherbergt, ein kühler Ort. Im Winter, ohne funktionierende Heizung, ein Eisschrank! Niemand will hier lange verweilen! Unser Ziel ist es, diesem Gebäude wieder Leben einzuhauchen, damit man sich bei angenehmer Temperatur verweilen kann. Wir haben die UNDP (United Nations Development Programme) mit ihrem Chornobyl Recovery and Development Programme damit beauftragt, für uns als lokalen Generalunternehmer den Heizungsneubau mit der Gemeinde auszuführen und zu betreuen. Wir wollen die Gemeinde dazu ermuntern, mit lokalen Spezialisten des UNDP, das Volkshaus moderat zu renovieren.

Geschichte des Volkshauses

Während der blühenden Sowjet-zeit war das Volkshaus der Treffpunkt der Bevölkerung. Man traf sich zu Gemeindeanlässen, zu Theatervorführungen, Kinofilme wurden gezeigt, und die Kinder hatten eine riesige Bibliothek zur Verfügung, die rege benutzt wurde. Die Wende bahnte sich langsam an und das sozialistische Wunder begann zu bröckeln. Die Katastrophe von Tschernobyl liess das Dorf rapide schrumpfen und verarmen. Während der Wende, als der junge Staat Ukraine gerade gegründet wurde, herrschte ein schwerer Winter mit Temperaturen bis zu – 50°C. Kohle wurde knapp, die Leitungen der Heizung froren ein und barsten. Die Heizung war somit unbrauchbar. Komische Gestalten machten sich daran, alles was nicht niet- und nagelfest war, abzuschrauben und irgendwohin zu verkaufen.

Die Gemeinde blieb mit einem stattlichen Volkshaus zurück, das mit seinen dicken schweren Steinmauern im Sommer nicht warm wurde und im Winter die Kälte speicherte wie ein Eisschrank. Die angenehmen Zeiten waren endgültig vorbei. Fortan hiess es, immer dick eingemummt in Winterkleidern an Anlässe zu gehen oder schnell, schnell die Bibliothek zu besuchen. Dies ist eine Situation, die sich in vielen Gemeinden gleich abspielt.

Die Gemeinde konnte es sich bis heute nicht leisten, das Heizungssystem wieder instandzustellen. Unsere Gewährsleute vor Ort machten uns darauf aufmerksam, wie wichtig es wäre, wieder ein belebtes Volkshaus mitten im Dorf zu haben. Das grösste Problem dabei ist, die zerstörte Heizung! Doch wie sollte eine Gemeinde zu Geld kommen, wo diese sowieso nur von Zuschüssen der Regierung lebt. Eine Gasleitung gab es im Dorfzentrum nicht, da früher mit Kohle geheizt wurde. Vor einem Jahr wurde dann mit Unterstützung des Distrikts und der Anwohner eine 500 m lange Gasleitung bis ins Dorfzentrum gezogen. Nun war die Gemeinde soweit, dass sie an einen Heizungsneubau denken konnte. Ein Heizungsplaner wurde angefragt, der die ganze Projektierung übernehmen sollte. Ebenso musste eine spezialisierte Baufirma gefunden werden für die Arbeiten. Langsam wurde klar wie viel der Heizungsbau an Finanzen verschlingen würde. Immer wieder wurden höhere Beträge genannt. Dies hat dazu geführt, dass wir die UNDP mit ihrem Chornobyl Recovery and Development Programme als Generalunternehmen beauftragten, mit der Gemeinde die Finanzierung für das ganze Projekt zu sichern und neben unserer Beteiligung ebenfalls weitere Mittel von Dritten und vom Staat zu suchen. Dies sind sehr komplizierte Vorgänge und es macht wenig Sinn, sich hier direkt als Schweizer Organisation zu präsentieren. Das UNDP scheint der geeignete Partner zu sein, da sein Personal bereits in der Region arbeitet und die Bedürfnisse der Gemeinden kennt. Die Bautätigkeiten werden regelmässig geprüft durch die Leute des UNDP und durch unsere direkten Gewährsleute.

Mitte Juli werden die Bauarbeiten beginnen. Im Nebengebäude werden eine neue Gasheizung und Warmhalte-Tanks erstellt. Die Leitungen zum Hause und die ganzen Installationen im Hause müssen erneuert werden. Dies betrifft über 40 Radiatoren und über 300 m Leitungen! Die Arbeiten werden durch ortsansässige Arbeiter und Firmen aus der nahen Grossstadt Korosthen ausgeführt.

Das ehrgeizige Ziel ist es, ein funktionierendes Heizungssystem auf Ende Jahr zu haben. Dann werden wir einen grossen Schritt getan haben. Es wird wieder wärmer sein im Volkshaus von Libniki und wir haben den Grundstein dazu gelegt, dass sich die Bewohner, insbesondere die Kinder und Jugendlichen des Dorfes Libniki, wieder bei angemessenen Temperaturen treffen können.

Noch vieles könnte man erneuern. Die Fenster sind in einem erbärmlichen Zustand, ebenso wäre das Mobiliar der Bibliothek erneuerungsbedürftig. Doch eines kommt nach dem andern. Wenn das Heizungsprojekt ein Erfolg wird, werden wir weitere Projekte ins Auge fassen.