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Region Tschernobyl

Region Tschernobyl (Ukraine)

Unterstützung des District „Lugini“ (Ukraine) westlich von Tschernobyl

Der Verein Tschernobyl Kinder hat sich zur Aufgabe gestellt, in der Region des District Lugini, 100km westlich von Tschernobyl und 150km von Kiev entfernt, die Kinder und Jugendlichen auf ihrem Lebensweg zu unterstützen und zu fördern.

Die Gegend rund um die Bezirkshauptstadt Lugini, westlich der Grossstadt Korosthen (Zytomyr Oblast), umfasst 21 grössere und kleinere Dörfer mit Schulen. 3000 Kinder besuchen zurzeit die Grundschule (6 -16 Jahre).

Die unterstützte Region liegt in der kontaminierten Zone 2 und 3, zirka 100km westlich von Pripiat, dem Ort des Unglücksreaktors. Die Zone 1 ist die so genannte 30km Zone rund um Tschernobyl und Pripiat, die nach der Reaktorkatastrophe komplett evakuiert wurde. In der Zone 2 wurde die Bevölkerung zwangsumgesiedelt, doch einige der ursprünglichen Bewohner sind wieder in ihre alten Behausungen zurückgekehrt. Der District Lugini ist zu einem grossen Teil als Zone 3 ausgewiesen, Landwirtschaftliche Produkte dürfen dort nur zum Eigengebrauch verwendet werden. Nur geprüfte Ware, die den Norm Messwerten entspricht darf verkauft werden. Die meisten Produkte aus der Gegend liegen noch weit über den Grenzwerten und werden trotzdem von der Bevölkerung verzehrt.

Betroffenes Gebiet

Bild 1Der District Lugini wurde während den letzten zwei Jahrzehnten hart getroffen. Die wirtschaftlichen, ökologischen, und gesundheitlichen Folgen sind nur schwer abzuschätzen. Die zurückgebliebenen Anwohner der Gegend sind in einer Passivität versunken. Sie haben sich aufgegeben und versuchen sich als Selbstversorger durchs Leben zu bringen. An einen Wirtschaftsaufschwung ist in dieser Gegend nur schwer zu denken. Die ältere Generation weiss wohl von der Gefahr die da lauert, verdrängt sie aber gerne. Doch mangels an Finanzen werden weiterhin Erzeugnisse verwendet, die hohe Strahlenbelastungen aufweisen. Die Motivation etwas gemeinsam zu erreichen ist in den Gemeinden und Kommunen sehr klein. Dies hat wohl auch mit der Mentalität der Leute zu tun. Im früheren Russland musste niemand für sich selber denken. Es gab immer eine Arbeitsstelle, eine Wohnung und Essen war auch vorhanden. Die letzten 2 Jahrzehnte hat die Bevölkerung im betroffenen Gebiet immer wieder neu geprägt und abgestumpft. Wurde ihnen am Anfang nichts von der Katastrophe erzählt, mussten sie später am eigenen Leibe spüren, dass da etwas nicht mehr stimmt. In der „noch“ UdSSR war es bis 1991 an der Tagesordnung, Resultate zu vertuschen und zu beschönigen. Es wurden zuerst Wege und Häuser in den betroffenen Gebieten gebaut um dann kurz darauf die ganzen Landstriche wieder zu entvölkern, weil sich herausgestellt hatte, dass die Gegend hoch radiaktiv verseucht war. Wie schon die UdSSR war auch der junge Staat UKRAINE überfordert mit der Bewältigung der Katastrophe und war auf Hilfe von anderen Staaten angewiesen.

Bild 2Viele Hilfswerke haben nun über Jahre hinweg Kinder und Leute vor Ort unterstützt. Langsam macht sich bei den Organisationen Müdigkeit spürbar. Die Katastrophe ist wohl nicht mehr so aktuell und liegt bereits schon fast zwei Jahrzente zurück, man kann sogar in Versuchung kommen und sagen, es gibt Orte wo das Elend noch viel schlimmer ist, als in dieser Gegend!

Die einstige Kornkammer der UdSSR wurde masslos durch übertriebene Agrarprojekte der früheren Sowjetunion ausgebeutet. Die Tschernobyl-Katastrophe hat die Gegend noch vor dem Zerfall der UdSSR in den Ruin getrieben. Der Ukrainische Staat hat nur begrenzte Mittel um die wirtschaftlichen Folgen beider Katastrophen zu beseitigen. Dabei sind die Leidtragenden die Menschen der betroffenen Region.

Wie soll weiter geholfen werden! Was braucht die Bevölkerung für Hilfe? Welche ist am effektivsten?

Der Verein Tschernobyl Kinder hat sich folgende Ziele gesetzt:

  • Die Kinder und Jugendlichen im District Lugini mit langfristigen Massnahmen unterstützen
  • Diese Kinder und Jugendlichen bedeuten die Zukunft dieser Region. Nur sie können Gewohnheiten verändern. Dies bedeutet, dass die junge Generation Abschied nehmen muss von den eingefahrenen Denkweisen und dem apathischen Verhalten ihrer Mütter und Väter.

Dank langjähriger Schweizer Hilfe konnte schon an einigen Orten im District Lugini etwas bewegt werden!

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