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GV Jahresbericht 2006

Jahresbericht 2006 Verein Tschernobyl Kinder

Geschätzte Vereinsmitglieder

Der Verein Tschernobyl Kinder hat sich auch dieses Jahr die Aufgaben in drei Bereiche aufgegliedert:

  1. das Kinderlager Schweiz
  2. Einzelhilfe vor Ort
  3. Projekte vor Ort

Um an diese Ziele zu gelangen organisieren wir durch das ganze Jahr verschiedene Anlässe.20. Jahrestag der Reaktor Katastrophe haben wir uns auch zum Thema gemacht. In Schulen und Kirchgemeinden veranstalteten wir Vorträge zum Thema des Super GAU und stellten unseren Verein vor. Auch sind wir an Märkte präsent, aus zum Teil eigenen Helfer oder Personen, die uns so unterstützen wollen. Der Verein Tschernobyl Kinder ist rund ums Jahr damit beschäftigt, neue Sponsoren zu finden, Informationen zu geben, Non Food Artikel zu sammeln und erfreulich sind auch die vielen Gesten die uns entgegengebracht werden. Unser Kreis reicht quer durch die Schweiz, nach Deutschland und Italien.

Durch einen sehr erfreulichen Spendeeingang konnten wir verschiedene Projekte ins Auge fassen. Natürlich stellen wir immer wieder fest, dass der Zeitfaktor ein wichtiger Prozess und auch ein Lehrmeister in Sachen geduld ist. Jeder Schritt muss wohl überlegt und gut organisiert sein, damit dieser durchgeführt werden kann. Auch sind die menschlichen Ressourcen begrenzt. Viele unserer Helfer vor Ort sind Selbstversorger und müssen sich auf den Winter einrichten, diese ist, wie bei uns vor 60 Jahren, richtige Knochenarbeit.

Damit wir so viele Kinder/Jugendliche wie möglich erreichen können, sind Besuche vor Ort unabdingbar. Dies ist auch die Zeit um weiter zu helfen und die Kontrolle vor Ort gibt uns die Gewissheit, dass alles korrekt durchgeführt wurde. Die Begegnungen mit den Eltern, Lehrer und Kinder ist auch unser Puls um zu erfahren, wo und was man noch für eine Unterstützung geben könnte. Dieses wird bei uns fein säuberlich aufgenommen und später im Vorstand behandelt. Wir schauen stets darauf unkompliziert zu Handeln. Dies ist bei der Einzelhilfe einfacher umzusetzen. Bei den Projekten braucht es die Planung und auch die Behörden, die uns immer mehr Vertrauen schenken.

Leider mussten wir eine sehr schmerzliche Erfahrung hinnehmen.Ende Oktober ist unser Freund und Koordinator, Valerij Tovchigrechko, aus Kiew, mit nur gerade 34 Jahren gestorben. Er hat sich stets für die Kinder eingesetzt und war etliche male in den Schweizer Lagern als Helfer und Übersetzer dabei. Er war unsere Brücke in die Ukraine, diese gilt es nun neu aufzubauen. Der Vorstand durfte in Kiew Abschied von ihm nehmen und der Familie unser tiefes Beileid aussprechen.

Der Verein verändert sich auch intern, im Vorstand gibt es Wechsel, neue Helfer für das Lager kommen dazu, neue Türen werden aufgestossen, interessante Begegnungen erfreuen immer wieder von neuem. Dies zeigt uns auch, dass die „Familie“ immer grösser und vielseitiger wird.

Ein grosses und herzliches Dankeschön, oder diakuiu, wie es in der ukrainischen Sprache heisst, möchte ich alle richten, die uns in irgendeiner Form unterstützt haben. Auch an meine Vorstandkollegen ein herzliches Dankeschön für die interessanten Diskussionen und den unermüdlichen Einsatz.

Der Präsident

Verein Tschernobyl Kinder

Daniel Oberer